Herzlexikon

Absolute Arrhythmie:
Unregelmäßigkeit des Herzschlags durch Vorhofflimmern (siehe dort).

Akzeleration:
Beschleunigung, z. B. des Herzschlags.

Antiarrhythmika:
Medikamente zur Behandlung verschiedener Herzrhythmusstörungen.

Antikoagulation:
Hemmung der Blutgerinnung, z. B. mit Phenprocoumon oder den neuen Gerinnungshemmern wie Apixaban, Dabigatran, Edoxaban, Rivaroxaban.

Arrhythmie:
Unregelmäßiger Herzschlag.

AV-Block (Atrioventrikular-Block):
Unterbrechung der Reizleitung zwischen Vorhöfen und Herzkammern; Herzrhythmusstörung. Drei Grade:
1. Grades: AV-Leitungsverzögerung,
2. Grades: teilweise Leitungsunterbrechung (z. B. nur jede 2. Vorhofaktion wird auf die Herzkammern übergeleitet),
3. Grades: vollständige Leitungsunterbrechung (die Herzkammern werden nicht mehr aus den Vorhöfen elektrisch erregt).

AV-Knoten (Atrioventrikular-Knoten):
Liegt zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern; bündelt die elektrischen Reize aus den Vorhöfen, bremst gezielt deren Weiterleitung und gibt sie geordnet weiter.

Bradykardie:
Zu langsame Schlagfolge des Herzens, tastbar als langsamer Puls.

Defibrillator:
Gerät, das eine akute Herzrhythmusstörung erkennt und das Herz mittels Elektroschock zu seinem normalen Rhythmus zurückführt.

EAT (Ektope Atriale Tachykardie):
Herzrhythmusstörung aus den Vorhöfen, anfallsweise auftretend, ausgelöst durch anormale Erregungsbildung.

Echokardiografie (Echokardiogramm):
Ultraschalluntersuchung des Herzens.

EKG (Elektrokardiogramm):
Aufzeichnung der elektrischen Aktivitäten des Herzmuskels; gibt unter anderem Auskunft über den Herzrhythmus, die Herzfrequenz und die Eigenschaften des elektrischen Erregungsablaufes im Herzen.

EPU (Elektrophysiologische Untersuchung):
Untersuchungsverfahren zur Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen. Spezielle Katheterelektroden werden im Herzen platziert, um den Erregungsablauf im Herzen zu untersuchen. Mittels Ablation können Herz- abschnitte, die Herzrhythmusstörungen auslösen, elektrisch verödet oder isoliert werden.

Event-Recorder (synonym zu Loop-Recorder):
Gerät zur dauerhaften Überwachung des Herzrhythmus. Bei Auffälligkeiten wird automatisch ein EKG aufgezeichnet und gespeichert. Es gibt Geräte, welche außerhalb des Körpers getragen werden, und implantierbare Geräte.

Extrasystole:
Extraschlag aus Vorhöfen oder Kammern des Herzens. Tritt zusätzlich zur normalen Schlagfolge auf.

Herzfrequenz:
Zahl der Herzschläge pro Minute.

Herzrhythmusstörungen:
Abweichung vom normalen Rhythmus oder der normalen Frequenz des Herzschlags.

Herzschrittmacher:
Kleines elektronisches Gerät, das automatisch elektrische Impulse über Elektroden an das Herz abgibt. Der Herzschrittmacher wird unter die Haut im Bereich des Brustmuskels eingesetzt. Durch die regelmäßige Anregung des Herzmuskels können Verlangsamungen des Herzrhythmus verhindert werden.

ICD
(Implantierbarer Cardioverter/Defi brillator): Defi brillator
(s. o.), der unter den Brustmuskel implantiert wird.

Kardioversion:
Wiederherstellung eines normalen Herzrhythmus durch Abgabe eines starken elektrischen Impulses auf das Herz. Im Unterschied zur Defi brillation wird der Impuls synchron mit der spontanen elektrischen Aktivität des Herzens abgegeben.

Katheterablation:
Verfahren, bei dem Herzzellen gezielt durch Hochfrequenzstrom oder Kälte so verödet werden, dass Herzrhythmusstörungen nicht mehr entstehen können. Die Prozedur wird mithilfe der Kathetertechnik durchgeführt, bei der millimeterdünne Sonden über die Arm- und Beinvenen ins Herz geschoben werden.

LAA-Okkluder:
Interventionelle Maßnahme zur Schlaganfallprophylaxe bei Vorhoffl immern. Mithilfe eines Katheterverfahrens wird ein spezielles Schirmchen in das Vorhofohr eingebracht, das dieses verschließt und eine Gerinnselbildung verhindert.

Maze-OP:
Chirurgisches Verfahren zur Behandlung von Vorhoffl immern. Am eröffneten linken Vorhof werden mittels Hochfrequenzstrom oder Kälte Verödungslinien gezogen.

PSVT (Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie): Anfallsartig einsetzendes Herzrasen mit Ursprung in den Vorhöfen des Herzens.

Persistierend:
Andauernd, fortbestehend.

Pill-in-the-Pocket-Konzept:
Therapie für Patienten ohne Herzmuskelerkrankung. Das Rhythmusmedikament wird nur bei vereinzelt auftretendem Vorhoffl immern eingenommen.

Plötzlicher Herztod:
Eine Todesart aufgrund von Herzrhythmusstörungen. Der plötzliche Herztod kann infolge von sehr schnellem Herzschlag (Kammertachykardie, Kammerfl immern) oder Herzstillstand (Asystolie) eintreten. Ein Defi brillatorsystem kann das Risiko des plötzlichen Herztods jedoch beträchtlich verringern.

PVI (Pulmonalvenenisolation):
Therapeutisches Verfahren zur Behandlung von Vorhoffl immern. Per Katheter wird eine Ablationslinie (Verödung) um die Eintrittsstellen der Lungenvenen in den linken Vorhof gezogen. Dadurch werden die Lungenvenen elektrisch vom Vorhof isoliert, sodass keine krankhafte elektrische Erregung mehr von den Lungenvenen auf den Vorhof überspringen kann.

Sinusknoten:
Natürlicher Schrittmacher des Herzens; Taktgeber, der mit elektrischen Impulsen dafür sorgt, dass der Herzmuskel sich in ständigem Wechsel zusammenzieht und erschlafft. Er liegt im rechten Vorhof an der Einmündung der großen oberen Hohlvene.

Sinusrhythmus:
Normaler regelmäßiger Herzrhythmus.

Tachykardie:
Zu schneller Herzschlag, ausgehend von Sinusknoten, Vorhof, AV-Knoten oder Herzkammer.

Thrombus:
Blutgerinnsel, Blutpfropf.